Thomas Röllecke Project Consulting
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Tipps und Literatur

Tipp: "Besondere Ereignisse" schaffen

9. Sep 2017

In einem meiner Projekte im Ausland, es war in Bangkok, war es aufgrund gravierender Probleme in Zusammenhang mit der Asien-Krise 1997 zu einem weitgehenden Erliegen der Arbeiten gekommen. Nachdem die Arbeiten wieder weitgehend aufgenommen werden konnten, vereinbarten wir mit unserem Konsortialpartner, einer Baufirma, Beschleunigungsmaßnahmen. Das Depot und die Werkstatt, ein großes Bauwerk von 500m auf 200m, in dem später die Züge geparkt und auch gewartet werden sollten, war weitgehend fertiggestellt. Allerdings waren in der riesigen Halle noch hunderte Tonnen Bauschutt. Dies drohte die Installation der Gleise in dem Bauwerk zu verzögern. Dies wiederum würde große Probleme bereiten, wenn die Züge, die bereits mit dem Schiff unterwegs waren, im Hafen ankämen. Es war unbedingt notwendig, sie direkt vom Hafen in das Depot zu bringen und dort auf die Gleise zu setzen.

Zu dieser Zeit besuchten uns aufgrund der kritischen Situation auch immer wieder Vorstandsmitglieder. Sie wollten sich selbst ein Bild der Situation machen und mit der Projektleitung sprechen. Ein solcher Besuch sollte auch in Kürze wieder stattfinden. Dies nahm der Projektleiter zum Anlass, den Besucher zu bitten, auch die Baustelle des Depots zu besuchen und dies der Baufirma mitzuteilen. Die Baufirma wollte zeigen, was sie kann und den wichtigen Besuch nicht unnötig belasten. Ich weiß nicht genau, wie sie es gemacht hatten, aber nach 3 Tagen und gerade rechtzeitig vor dem Besuch des Vorstands war aller Schutt ausgeräumt. Neben der Halle türmte sich ein ca. 400m langer Schutthügel von etwa 3m Höhe. Es versteht sich von selbst, dass der Vorstand voll lobender Worte für die Baufirma war und die gute Zusammenarbeit von allen betont wurde.

Es wurde also ein „Ereignis“ geschaffen, welches so wichtig war, dass alle Beteiligten mit aller Anstrengung versuchten, auf dieses Ereignis hinzuarbeiten.

Tipp: Schaffen Sie „besondere Ereignisse“, wenn Verzug bei wichtigen geplanten Terminen oder Meilensteinen droht. Solche Ereignisse können durch eine Partei geschaffen werden oder auch auf gemeinsamer Verabredung beruhen. Ist es nur „Ihr“ Ereignis, sollten Sie Ihren Partnern den Hintergrund nicht offenlegen, da es ansonsten unwirksam werden kann. Ein „besonderes Ereignis“ kann sich auf externe Beteiligte beziehen, ist aber auch für eine interne, eigene Beschleunigung hilfreich. Wichtig ist es, das Instrument nicht überzustrapazieren, sonst besteht die Gefahr, dass es nicht mehr wirkt.

Welche besonderen Ereignisse könnte es in Ihrem Projekt geben? Bereiten Sie sich gedanklich frühzeitig darauf vor, zu wichtigen Meilensteinen „besondere Ereignisse“ in der Hinterhand zu haben, die Sie kurzfristig aktivieren können. Schreiben Sie sich diese als Projektleiter auf und zeigen Sie sie niemandem!

 

Buch: Praxisleitfaden Projektmanagement von Joachim Drees et al

17. Jun 2017

Der Vorteil dieses Buches sind seine übersichtliche Einfachheit und die konkreten Tools, die sowohl im Buch wie auch auf der zugehörigen CD verfügbar sind. Die Grundlagen des PM werden in verständlicher Form und gut strukturiert dargestellt. Die Schilderungen sind nicht zu knapp und auch nicht zu überladen, wie in manchen akademischen Werken mit hunderten von Seiten. Für Anfänger im PM eignet sich das Buch zur Übersicht sehr gut und auch für Profis kann es gelegentlich zum Nachschlagen dienen, um sich schnell noch einmal in kondensierter Form ein paar wichtige Punkte vor Augen zu führen. Wer ein Projekt starten möchte und sich noch nicht auskennt, ist hier richtig. Wer schon viel Erfahrung hat, weicht auf andere Werke aus.

 

**** 4 von 5 Sternen

Buch: Das Ende des Projektmanagements von Ronald Hanisch

9. Jun 2017

Das Buch erschien bereits 2013. Warum erst jetzt diese Rezension? Ich habe das Buch kürzlich zum zweiten Mal gelesen, weil ich mir Gedanken über die Zukunft des Projektmanagements gemacht habe. Aber auch beim 2. Lesedurchgang bin ich mit dem zeitlichen Abstand nicht zufriedener mit dem Werk geworden. Es ist ein interessantes Buch, nur hat es mit Projektmanagement relativ wenig zu tun. Ein Titel wie "Verschiedene Generationen im Arbeitsleben" oder "Wie arbeiten Digital Natives?" wäre deutlich akkurater gewesen. Das Buch beschreibt die Arbeitsmethoden der jüngeren Generationen im Vergleich zu den Älteren. Die Aussagen dazu treffen aber generell auf viele Firmen und Arbeitsgebiete zu und sind nicht typisch für das Projektmanagement. Vielleicht findet man einen Hauch von agilem Projektmanagement zwischen den Zeilen. Die Frage, warum das Projektmanagement zu einem Ende kommen sollte, wird nicht beantwortet. Der gegebene Zukunftsausblick ist sehr allgemein gehalten nach dem Motto: Nichts bleibt wie es ist. Ein anderer Titel würde die Leserschaft anlocken, die an dem Thema "Wandel im Arbeitsleben" interessiert ist. Für mich als Projektmensch brachte es zwar einige generelle Anregungen, aber mit Projekten hat es wenig zu tun. Auch scheint der Autor nur eine sehr begrenzte Erfahrung in verschiedenen Projektarten zu haben, denn seine Tipps am Ende lassen sich mit Sicherheit nicht für das Projektgeschäft verallgemeinern. Kein uninteressantes Buch, aber ein Titel, der falsche Erwartungen weckt.

 

*** 3 von 5 Sternen

Umfrage zu Problemen im PM

28. Dez 2016

Bis 31.1.2017 lief die Umfrage zu Problemen im PM. Jetzt liegt die Auswertung vor. Die Gesamtauswertung ist hier als Download zu finden:

Umfrageergebnis

Markante Erkenntnis: Die "Unterschätzung der Projektkomplexität" spielt gegenüber bisherigen Untersuchungen eine unerwartet wichtige Rolle.

Die Teilnehmer der Umfrage haben inzwischen auch eine Detailauswertung erhalten. Bis Ende Mai werden auch noch Kommentare und Interpretationen dazu erstellt. Wer Interesse an der Detailauswertung und den Kommentaren / Interpretationen hat, kann sich gerne melden. Gegen eine Gebühr von € 15,- werden wir Ihnen diese dann zur Verfügung stellen.

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